❥ Gelebte Dunkelromantik in der schönsten Stadt Deutschlands ❥

June 22, 2019

 

Die Pfingsttage liegen nun schon in weiter Ferne, und doch erfüllt mich die tiefste, schwärzeste Wehmut, wenn ich mich an den vergangenen Freitag, Samstag, Sonntag sowie Montag zurückerinnere ...

 

Niemals hätte ich, als durchwegs introvertierte und menschenscheue Seele, die Entfaltung eines solch wundersamen schwarzen Treibens in der dunklen Hauptstadt Leipzigs vermutet, obgleich ich schon seit frühester Jugend dem schwarzen Bann des Wave Gotik Treffens verfallen gewesen war.

Nun war ich es also, die ihren allerersten Seegang auf den Leipziger Wellen der Düsternis wagen durfte und scheute dabei keinerlei Mühen und durch"nähte" Nächte, mich auf die sagenumwobene Zusammenkunft schwarzer Seelen aus aller Welt gebührend vorzubereiten zu können.

 

Stichwort "Dunkelromantik" flößte ich meiner Nähmaschine in jener Nacht (untermalt von den Klängen meiner geliebten Misanthrophe CDs ❥ ) ein und kreierte vier verschiedene Grufti Design-Kombinationen jenseits jeder Kostümierung oder Dekadenz. Selbstgemachte Kleidungsstücke lagen mir schon immer am Herzen - warum auch sollte ich meine Person in Gewandungen fremder Markennamen stecken, deren Modeentwürfe nicht meiner eigenen Zeichenfeder entsprungen sind ... :)

 

Mit dem Selbstgenähten, meinem WGT-Ticket und einigen wenigen Habseligkeiten im Gepäck machte ich mich dann auf den Weg in die schwarze Hauptstadt, deren Bahnhof ich auf meiner Stammstrecke München-Berlin stets mit Begeisterung entgegenzufunkeln pflegte.

 

 

Es war Donnerstag, ein äußert bewölkter noch dazu, und ich erinnere mich noch ganz genau, wie der ICE mitsamt Sheena und ihren plüschgewordenen Fledermäusen im Koffer in den Leipziger Hauptbahnhof einrollte.

 

Um mich herum bewegten sich die ersten Passagiere Richtung Türe. Nur die in schwarzem Samt gewandete Sheena blieb auf ihrem Platz sitzen.

 

So gerne ich auch fluchtartig den Zug verlassen hätte, um dem sagenumwobenen Wave Gotik Treffen schon ein kleines Stückchen näher sein zu können, so sehr riss ich mich zusammen, es noch nicht zu tun.

 

Stattdessen steuerte ich meinem Tagesendziel "Berlin Hautbahnhof" zu.

Ja, es ist wahr. Ich berücksichtigte nicht die gutgemeinten Ratschläge meiner Bekannten - einen Tag früher anzureisen, um noch genug Zeit haben zu können, sich von der Odyssee zu entspannen - sondern stürzte mich regelrecht in das Berliner Getümmel irgendwo zwischen Charlottenburg und Wilmersdorf.

Rückblickend war dies gar keine schlechte Idee gewesen, zumal ich auch kein Zimmer für den Donnerstag in Leipzig erwischt hatte und ich vertrieb mir die Zeit in Stoffgeschäften und mit Erdbeerhamsterkäufen - wohl wissend, dass sich die Nahrungssuche für eine zucker- und getreidefrei lebende Veganerin, auf dem WGT nur allzu schwierig gestalten werden würde.

Nun gut der Schwarzmalerei. Schlussendlich bin ich dann doch nicht verhungert (den lieben Karl's Erdbeerhäuschen und einem grandios leckeren Salat im Rewe sei dank!) und konnte mich so voll und ganz auf die Konzerte und Tonträgersuche konzentrieren ... 

 

 

Für ein letztes Mal bot sich mir also in Berlin die Gelegenheit, alle Anspannung des Nähens von mir abfallen lassen und die vier Treffentage mit entspannter Vorfreude erwarten zu können - 

Obwohl: es grenzt schon fast an Utopie für mich, keinerlei seelische Aufruhr bei einem solch großen, lang ersehnten schwarzen Treffen zu verspüren ... 

 

... Entsprechend zügelten die ruhigen Stunden in Berlin nicht meine Nervosität, als ich den ersten Pike-bekleideten Fuß am folgenden Freitagmorgen in die S-Bahn Richtung Charlottenburg S-Bahnhof setzte.

Endlich war sie da, die Gelegenheit meine geliebten fledermausbeschnallten Pikes außerhalb der eigenen dunkelschönen Räumlichkeiten auszuführen. Ganz abseits der dörflich-bigotten Atmosphäre mit volksmusikalischem Unterton in den Tiefen des ländlichen Bayerns.

Voller Euphorie, gemischt mit einer überdurchschnittlich intensiven (durch meine Introversion vielleicht etwas übertriebene ^^) Portion Aufregung, zählte ich also die Stunden, Minuten, Sekunden bis zur eigentlichen Ankunft am Hauptbahnhof in Leipzig. Dieses Mal inklusive dem Verlassen des Zuges durch eine völlig aufgelöst erscheinende Sheena, umgarnt von den wundersamen Klängen der Anna Varney Cantodea ... 

 

 

 

Mit jeder Minute, die ich bis zum Ankunftszeitpunkt herunterzählte, wurde mir immer mehr bewusst, dass sich nun - mit dem Betreten des Leipziger Bodens zu Pfingsten - nicht nur ein großer Wunschtraum meines jugendlichen Ichs erfüllen würde, sondern auch einige Fragen endgültig beantworten würden. Dass ich nun sowohl die kleine schwarze Seele der - früher dreizehnjährigen - Sheena mit ihren ersten musikalischen Entdeckungsreisen von Joy Division bis hin zu Mephisto Walz glücklich stimmen würde, als auch dafür sorgen könnte, dass sich meine bisherigen Recherchen über vergangene Wave Gotik Treffen an den eigenen Erfahrungen meines eigenen schwarzen Aufenthalts in Leipzig bereichern werden.

Neben die, mir virtuell und physisch vorliegenden, Sammlerstücke gruftiger Vergangenheit würden sich nun persönliche Erlebnisse und Erinnerung als düstere Fortführung im einundzwanzigsten Jahrhundert reihen und so konnte ich es kaum erwarten den Zug endlich zu verlassen, als es dann hieß:

 

"Endstation Leipzig Hauptbahnhof - Bitte alle Fahrgäste hier aussteigen"

 

Ich verließ meinen Sitzplatz, entdeckte erste potentiell Gleichgesinnte unter den Passagieren, die das gleiche Funkeln in den Augen mit sich trugen und wechselte einige Worte mit einem ebenso euphorisch-positiv gestimmten Anwärter des Heidnischen Dorfes, der fürs WGT seine kunstvoll selbstgenähte Leinengewandung trug - und dieses Jahr das erste Mal seiner Leidenschaft für das Mittelalter frönen konnte, während er die vergangen Jahre klassisch als Grufti unterwegs gewesen ist ... :)

 

Nun hatte ich es geschafft. 

Nur wenige Schritte trennten mich noch von den Tramstationen, die bereits in einer schwarzen Flut unterzugehen schienen und ich wusste eines: Ich war endlich angekommen. Angekommen bei der Utopie des gelebten schwarzen Traums, welchen ich doch nie für möglich gehalten hatte.

 

Nachdem ich meinen ebenso schwarzen Reisekoffer sowie einige Flaschen Wasser als Symbol meines Reiseballasts in der gebuchten Unterkunft nahe des Bayerischen Bahnhofs ablegen konnte, ging es für mich dann endlich zum (mir noch völlig unbekannten, und doch von einer solch eigenartigen Bekanntheit erfüllten) Agra-Messegelände mit der Straßenbahnlinie 11 (die manche auch liebevoll als Grufti-Bahn 11 umschreiben) in Richtung Dölitz-Straßenbahnhof.

 

Ja, mittlerweile kenne ich sie auswendig die Stationen - und zwar alle ... vielleicht sollte ich mein Medizinstudium um das Berufsfeld "Leipziger-Straßenbahn-Guide" erweitern ?! ^^

 

So stieg ich also ein, suchte nach einem Sitzplatz, den es nicht gab, und reihte mich neben einige ganz besonders leicht bekleidete Fantasygestalten (nun ja, leicht bekleidet ist hierfür noch untertrieben gewesen ^^). Das Mittelalter schien mir jetzt wieder besonders sympathisch und ich tauschte meinen Sardinen-Stehplatz mit einem ebenso bewegungsunfreien Plätzchen zwischen zwei Freundinnen in Leinenbekleidung - wie gut, dass im Hotelzimmer auch noch mein selbstgenähtes Mittelalterkleid mit Handnähten auf mich wartete.

Erst jetzt wurde mir, als Straßenbahn-Neuling, bewusst, wie lange sich eine Strecke in der überfüllten Tram - obendrein bei nicht gerade kühlen Temperaturen - hinziehen kann.

 

Auch das war selbstverständlich eine bereichernde Erfahrung, die ich nicht missen möchte - nun, vielleicht lieber doch ... ^^ aber sei's drum

 

Nach einer langen Odyssee durch die Connewitzer Haltestellen und wenig - nur sehr wenig - Ausblick auf das "Stadtbild", empfingen meine Ohren das Stichwort "Dölitz Straßenbahnhof".

Im Sog der schwarzen Gäste trieb es mich nach Draußen und ich erkannte eine signifikante (aber dennoch akzeptable ^^) Schlange vor der Bändchenausgabe (während ich am Hauptbahnhof natürlich wieder einmal viel zu verwirrt gewesen war, nach jener suchen zu können ... ).

 

Wie es sich für die introvertierte, chaotische Künstlerin Sheena gehört, schloss sich auch zugleich zu Beginn der Kreis der Peinlichkeiten - zwecks meines Unwissens darüber, das Bändchen auch noch mit der Zange befestigen lassen zu müssen.

 

wie sollte es auch anders sein ... 

 

So verließ ich die Taschen- und Bändchenkontrolle wieder, um zur Ausgabe zurückzukehren, reihte mich dann erneut in die Schlange vor dem Einlass und konnte es kaum glauben, als ich dann endlich auf dem richtigen, "kostenpflichtigen" (^^) Agra Messegelände stand.

 

 

𝔇𝔞𝔰 ℑ𝔠𝔥

 

Jetzt nur noch ab zu "Das Ich" - besser hätte es kaum laufen können.

Nun bot sich mir endlich die Gelegenheit, eine meiner absoluten Lieblingsbands live sehen zu können - Die Band, welche mich explizit mit der Neuen Deutschen Todeskunst und implizit mit Relatives Menschsein vertraut gemacht hatte, sowie meine Liebe zum eigenen Verfassen von dunkelpoetischer Lyrik begründete.

Doch weit gefehlt. Der Einlass begann in nur wenigen Minuten und ich wusste ganz genau, dass ich - als WGT-Neuling - keinerlei Erfahrung mit dem Unterscheiden der vielen verschiedenen (und dann auch noch ziemlich gleich aussehenden) Hallen haben würde.

 

Auch die Security konnte mir hier keine wirkliche Auskunft geben und es ließ sich eine vollkommen der Wirrnis verfallene Sheena beobachten, deren Frage nach "In welcher Halle spielt Das Ich?" stets mit einem Schulterzucken oder gar der Antwort "Welches Ich?" begegnet wurde ... 

 

Da war der Bandname nicht gerade förderlich ... ich geb es ja zu ^^

 

Letztendlich hatte ich aber dann doch noch etwas Glück! Der Hitze und Hungrigkeit aller Konzertbesucher sei dank, verbrachten die meisten "Das Ich"-Konzert-Anwärter ihre Zeit während des Einlasses auf dem Vorplatz der 4.2. - und so machte es auch keinen Unterschied, als ich die Halle zehn Minuten nach Beginn der Einlassphase betrat und mir sogleich einen Platz in den ersten Reihen sichern durfte :)

 

Was ich rückblickend zu dem Konzert sagen möchte: Ich bin immer noch äußerst fasziniert von Stefan Ackermann und Bruno Kramm, deren Bühnenprogramm sicherlich nicht nur mich zur wohl höchsten WGT Euphorie verholfen hat, die auf einem Konzert wohl möglich ist.

Sowohl Gesang als auch Inszenierung zeugten von herausragenden künstlerischen Fähigkeiten und ließen mich das ein oder andere Mal - völlig eingenommen von der sonderbar atmosphärischen Stimmung auf der Bühne - *auf ganz ungruftige Art und Weise* frenetisch einen Jubelruf gen Band aussenden.

 

 

Das Stück "Gottes Tod", welches ich in meiner Plattensammlung stets sehr geschätzt habe, aber bislang nicht zu meinen absoluten Lieblingsstücken zählte, hörte ich in den vergangenen Tagen nach dem WGT so oft rauf und runter, weil ich vor meinem geistigen Auge immer noch die dramatische Inszenierung von Stefan Ackermann am Kreuz vermutete (Ähnlich erging es mir auch mit "Schwarzes Gift", "Sodom und Gomorra", "Die Propheten" oder "Kindgott").

So kann ich nur noch eines hinzufügen: Chapeau! Solch großartigen Musikern kann man nur sehr selten bei der Entfaltung einer so herausragenden szenischen Darbietung ihrer lyrischen Meisterwerke beiwohnen

Selbstverständlich trug auch die besondere Sympathie aller beteiligten Musiker zu einer sehr menschlichen und gleichzeitig atemberaubenden Atmosphäre in der Halle bei. Plädoyer an den Zusammenhalt aller Länder, Kulturen sowie natürlich schwarzen Seelen weltweit inklusive!

 

Nach dieser fesselnden Darbietung schwand auch nach und nach in mir die Enttäuschung darüber, "Automelodi" und "October Burns Black" nicht gesehen zu haben - obgleich ich ihre Musik weiterhin sehr schätze und mich auch mit Tonträgern ausgestattet habe.

Alles wäre sowieso niemals möglich gewesen ... dafür hatte ich einfach zu viele gute, kleine Bands im Lineup entdeckt.

 

Auf dieses wahrlich schaurig schöne Spektakel folgte für mich das *gerade mal ein paar Tage vorher eingeplante* Konzert von "In Extremo" auf dem Heidnischen Dorf. 

 

ℑ𝔫 𝔈𝔵𝔱𝔯𝔢𝔪𝔬

 

Ja, ich bin mir bestens bewusst, dass sich diese Band zur Fraktion der Mittelalterrocker zählt, sie gerne mal Lieder unter dem Namen "Sternhagelvoll" oder "Doof" veröffentlichen und allgemein eher darauf bedacht sind, eine eher schalkhafte Stimmung unter das Publikum zu mischen (was ihnen auch immer hervorragend gelingt *sogar die Dunkelromantikerin Sheena hat sich bei der Darbietung von "Mein Rasend Herz" ein wenig zu einem Wippen von einem Fuß auf den anderen erwischt* ... ^^)

Dennoch wollte ich dieses Konzert sehr gerne sehen, nachdem besonders die Alben "Verehrt und Angespien" von 1999 sowie "Weckt die Toten" von 1998 einflussgebend für meine Liebe zu Mittelaltermusik à la Corvus Corax , Estampie oder Qntal gewesen waren.

 

Und es soll auch so einige Momente während des Nähprozesses meiner Leinengewandung gegeben haben, in welchen ich laut zu "Werd ich am Galgen hochgezogen" oder "Roter Stern" meine Stimme zum Besten gab. (Ab jetzt muss man mich als Grufti nicht mehr ernst nehmen ^^)

 

Auch hier schaffte ich es *trotz anfänglicher Überfüllungswarnung und sicherlich vielen Tagesgästen* in die ersten Reihen vor der Bühne (nun gut, ich war auch eine Stunde früher angekommen - aber dies fällt bei der Schönheit des Heidnischen Dorfes ja ganz und gar nicht schwer) und genoss das Konzert in vollen Zügen!

Micha Reim und seine Band wissen eben ganz genau, wie man das Heidenvolk zum Tanzen, Klatschen und Mitsingen bewegt und besonders als das Lied "Moonshiner" (welches zu meine liebsten Stücken zählt) erklang, war es um Sheena dann geschehen ... ❥

 

 

Ein ganz besonderer *Dunkel*blick waren für mich auch die Darbietung der gälischen Version von "Liam" sowie natürlich das Lied "Pikse Palve" von dem neuesten Album "Quid Pro Quo" (was ich übrigens auswendig singen kann, obwohl ich bis heute keine Strophe, geschweige denn ein einzelnes Wort, darin verstehe).

 

Entsprechend auf positive Art und Weise "geplättet" war ich nach den vielen fabelhaften mittelalterlichen Tänzen und kehrte mit einer völlig überfüllten Trambahn und halb verdurstet in mein Hotelzimmer zurück, um meine Wasserdepots mit ganzen drei 1 Liter Flaschen * aufzufüllen.

Vollkommen übermüdet beschloss ich dann, den Dunkelromantischen Tanzabend in der Heilandskirche ausfallen zu lassen ...  (wenn ich mir dann aber die ganzen schönen düster-atmosphärischen Bilder des Tanzes zu Gemüte führe, wünschte ich mir, die Heilandskirche doch besucht zu haben ... Lichtinszenierung und Musikauswahl waren viel mehr als vortrefflich! Nächstes Jahr bitte sofort als festen Programmpunkt für jeden Abend einplanen - Erschöpfung wird dann einfach  ... ^^ )ignoriert

 

* Bitte keine weiteren Fragen hinsichtlich meines Wasserkonsums - ich trinke immer so viel und ja, vielleicht rührt das von meiner tänzerischen Ausbildung seit der Kindheit ... peinlich, peinlich *

 

Samstag , 8. Juni 2019

 

Zufrieden und kein bisschen erschöpft wachte ich dann an einem leicht bewölkten Samstagmorgen auf - neben mir die erbeuteten Schätze des gestrigen Tages, die ich am Merchandise Stand ergattern konnte: Ein schwarzes "Das Ich"-Bandshirt (mit dem Schriftzug der "Satanische Verse" Platte) sowie den offiziellen "Pfingstboten" (der tatsächlich nun mein erster eigener ist! *stolz*).

 

Heute standen die Bands "Goethes Erben" um 16:30 sowie "Selofan" gegen 21:00 Uhr auf dem Programm, obgleich ich "Creux Lies", "Shadow Project 1334", "Other Day", "Near Earth Orbit", "Tempers" oder "Hante." auch sehr gerne gesehen hätte - nur leider machten mir das Zeitmanagement und die langen Wege zwischen den einzelnen Konzerthäusern einen Strich durch die Rechnung ... 

 

Meinen Vormittag verbrachte ich in der "PEACE IS POWER" Kunstausstellung, deren Installationen und Gedanken hinsichtlich des essentiellen Lebensstoffes Wasser mich zutiefst interessiert haben.

Künstler aus ganz Deutschland wurden angehalten, ihre Werke, Kreationen sowie noch nicht vollständig realisierte Konzeptionen per E-mail an Yoko Ono - selbst eine der aufstrebendsten Kunstschaffenden unserer Zeit und verwitwete Frau des berühmten Beatles Sängers John Lennon - zu senden.

Als rahmengebende Leitung des Großprojektes entschied sie darüber, welche Entwürfe in das Umweltprojekt der ganz besonderen Art namens "Water Event" aufgenommen werden würden und genau jene gab es für mich nun zu bestaunen.

 

Hier einige Impressionen aus der wirklich hervorragenden Ausstellung:

(BILD)

 

Ein Vorschlag inklusive Umsetzung - der mich sehr beeindruckt hat, war das Eingravieren der Worte "Pazifik" oder schlichtweg "Ozean" in die Ablaufgarnitur eines Waschbeckens.

Mit diesem künstlerischen Beitrag bezweckte der Projektteilnehmer, das Bewusstsein des Einzelnen für den Wasserkreislauf und auch die Verbindung unserer Haushalte mit dem großen Ganzen (den Flüssen, Seen, Weltmeeren) herauszuarbeiten sowie für uns Menschen zu verdeutlichen.

Da ich beim Thema Umweltschutz gerne auf dem Laufenden bin, ist mir diese Zusammenhang selbstverständlich bewusst. Dennoch finde ich es großartig, jedes Mal aufs Neue daran erinnert zu werden, dass man nur unbedenkliche, natürliche Substanzen, die keine Giftstoffe in sich tragen, durch den Abfluss kippen sollte.

 

 

 

𝔊𝔬𝔢𝔱𝔥𝔢𝔰 𝔈𝔯𝔟𝔢𝔫

 

Nun aber zum musikalischen Part meines zweiten Tages auf dem WGT.

Goethes Erben, die zu den ersten Band zählen, welche meine persönliche Musikhistorie aufweist - musste ich nach ihrer atemberaubend schönen Performance auf dem Plage Noire Festival auf jeden Fall noch einmal live sehen!

 

In Gedenken an die fabelhaft inszenierte und ästhetisch-theatralische Darbietung am Weissenhäuser Strand ahnte ich bereits, dass es auf dem Wave Gotik Treffen einen gewissen Publikumszulauf bei Goethes Erben geben würde - schließlich traten sie in der Kuppelhalle des Volkspalastes auf

 

Eine für diesen speziellen Anlass äußerst gebührende und traumhafte Location (vor allem im architektonischen Sinne), die ich in keinem Falle nur von Außen aus der Perspektive der Einlassschlange gesehen haben wollte ... ^^

 

So erschien ich ca. eine halbe Stunde vor dem offiziellen Einlass, was natürlich viel zu kurzfristig gewesen ist und erkannte bereits von Weitem die große schwarze traubenähnliche Formation auf und vor den Treppen des Konzerthauses ... 

Bereits jetzt wurde mir bewusst, dass meiner Freude, die mir vor dem langersehnten Konzert bewahrt hatte, innerhalb von nur weniger Sekunden und untermalt mit den Worten "Wir lassen hier keinen Besucher mehr hinein" durch die Security der Wind aus den Segeln genommen werden könnte ... 

 

... und das konnte und wollte ich nicht einfach so hinnehmen!

Zum Glück traf ich dann zufällig auf eine weitere Konzertbesucherin, welche nach langer Konzertabstinenz ebenso gerne den neuen "Am Abgrund" Liedern (deren Performance ich bereits seit dem Plage Noire verfallen war) sowie Altbekanntem aus ihrem letzten Konzertbesuch vor zwanzig Jahren lauschen wollte, und wir konnten uns gemeinsam etwas über die große Menschenansammlung echauffieren (^^)

 

Das Gespräch hat in dieser Situation sehr gut getan hat - vielen Dank dafür!

 

So warteten wir geduldig auf unseren Zeitpunkt in der finalen Kontrolle am Einlass, wurden zudem noch von einem äußerst freundlichen - beinahe zwei Meter großen - Konzertbesucher vorgelassen und hörten trotz aller Selbstironie nicht die Worte "Diese Konzerthalle ist bereits voll".

Um mein Glück auf dem diesjährigen WGT dann noch vollkommen zu machen, fehlte mir jetzt nur noch ein Platz in der ersten Reihe ... 

 

... so bedanke ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei dem Großteil aller Konzertbesucher, der sich lieber noch ein wenig mit Getränken und Nahrung versorgte, anstatt sofort in die ersten Reihen vorzupreschen - dann blieb mir doch noch die Möglichkeit, die zweite Reihe erreichen zu können. 

 

 

Von ganz herausragender musikalischer Leistung war selbstverständlich auch dieses Konzert. 

Was soll ich sagen: durch den glücklichen Zufall, dass die beiden Besucher vor mir das Konzert vorzeitig verlassen mussten, blieb mir auch bald die erste Reihe nicht verwehrt und ich konnte den wundersamen Klängen von "Am Abgrund" in der ersten Etappe dieses großartigen Konzertes aus dem aller besten Blickwinkel lauschen.

 

In der zweite Etappe des Konzerts befasste sich die Band dann mit altbekannten Stücken - selbstverständlich auf ebenso hervorragende Art und Weise szenisch-dramaturgisch umgesetzt.

 

Mein persönliches Resümee: Ganz gleich wie oft man Goethes Erben live gesehen hat (In der Warteschlange verriet mir ein begeisterter Besucher sogar, er befinde sich nun das beinahe dreißigste Mal auf einer solchen Veranstaltung), ein zusätzlicher Konzertbesuch tut der Euphorie vor und während des Konzerts keinen Abbruch ... zumindest nicht für mich :)

 

 

Sonntag , 9. Juni 2019

 

𝔊𝔬𝔢𝔱𝔥𝔢𝔰 𝔈𝔯𝔟𝔢𝔫 - 𝔎𝔞𝔪𝔪𝔢𝔯𝔨𝔬𝔫𝔷𝔢𝔯𝔱

 

Gehen wir also zum WGT-Sonntag über - einem durchwegs gleichförmigen Tag, wenn man sich meinen Samstagsbericht gut verinnerlicht hat ... Ratet mal, welch absurdes Programm Sheena hier wieder zu konzipieren versuchte: Natürlich! Goethes Erben - ein zweites Mal und dieses Mal nicht wie üblich mit der talentierten Bandbegleitung, sondern in gänzlich anderem Gewand ...

 

... ein originales Kammerkonzert sollte es sein - 

 

Bevor ich meine Reise zum Schauspielhaus antreten konnte, stand für mich noch etwas anderes, sehr wichtiges auf dem Programm: Der Bundesbeauftragte für Stasi Akten.

Die Ausstellung und ihren interaktiven Rundgang, hatte ich schon lange zu besuchen beabsichtigt, weil ich schon immer die einzige aus meiner Familie gewesen war, die alle anderen in die obskursten und abgelegensten kulturellen Veranstaltungen sowie historischen Stätten gezerrt hat - nur musste ich dafür erst mal nach Leipzig reisen ... was mir nun - nach einer langen Zeit des Wartens - endlich gelang!

 

Außerdem bin und bleibe ich trotz meines vorherrschenden Gruftitums immer noch der multisubkulturellen Spezies zugehörig.

Es würde sich früher oder später sowieso offenbaren, dass ich immer noch ganz hervorragend "Skanking"-Tanzen kann, mit bestens in der Oldschool sowie Newschool Punk Szene auskenne und selbstverständlich noch alle diversesten Urgesteine des Genres Rocksteady nennen könnte ... ^^

Da kommt mir eine multisubkutlurelle Ausstellung mit Fokus auf Geschichtliches in der DDR ganz gelegen und als ich dann das architektonisch traumhaft schöne Gebäude an der Runden Ecke erblickte, war es schon längst um mich geschehen. 

 

Besonders positiv hervorheben möchte ich die Auffächerung aller - damals existenten - Subkulturen und jugendkulturellen Strömungen und Verteilung dieser auf verschiedene Ebenen des Museums.

So konnte man sich intensiv mit den einzelnen Kulturen und Musikrichtungen befassen - sowie sich über teils schauderhaften Umschreibungen durch die Stasi wundern

 

(na also "Cure" und "Sisters of Mercy" richtig zu schreiben, wird doch wohl nicht zu viel verlangt sein - von den, mit Graberde aufgeschütteten, Jugendzimmer-Böden ganz zu schweigen ... und bei dem immer wiederkehrenden "Dragula" ließ sich ein Lachen dann nicht mehr verkneifen ^^)

 

Anhand einer interaktiven - vor dem Besucher ablaufenden - Präsentation konnte man so der damalige Arbeitsweise der Stasi im Bereich der Jugendlichen beiwohnen und über ihre obskuren Vermutungen und Vorurteilen lesen.

 

Es folgen nun einige Impressionen der Präsentation:

 

 

Für Selofan blieb nach vielen Irrfahrten durch Leipzig dann leider keine Zeit mehr.

Deshalb hoffe ich auf ein weiteres Konzert der Band in Deutschland - am Besten zusammen mit Lebanon Hanover ... vielleicht ist das aber auch nur ein weiterer illusionärer Wunschtraum meiner selbst :)

 

Aufgrund meiner beinahe zweistündigen Wartezeit für das Kammerkonzert auf viele weitere Konzerte verzichten musste, resultiert auch mein Sonntag dann schlussendlich darin, lediglich eine Band gesehen zu haben ... dafür freute ich mich aber schon sehr auf den Montag, weil ich mir für genau diesen Tag eine besonders große Zahl an Konzerten und Veranstaltungen herausgesucht hatte ... 

 

So hatte ich ganz und gar nichts dagegen, dass die beiden Tage Samstag und Sonntag - dank den frühen Ankunftszeiten zu den beiden Konzerten - eher ruhig verlaufen durften. 

 

 

Montag , 10. Juni 2019

 

Dafür wusste ich ganz genau, dass mein Montag der verplanteste und mit langersehnten, wunderbaren Events überladenste Tag von allen werden würde

So hatte ich doch tatsächlich beabsichtigt, nach einem zweistündigen Aufenthalt in den Grassi Museen, einem kurzen Ausblick in die Stadt - Suche nach Auerbachs Keller inklusive -, noch schnell das Spontis Treffen (auf welches ich mich als stille, aber begeisterte - nur leider sehr introvertierte ^^ - Mitleserin schon unglaublich gefreut hatte) auf der Weise hinter der Moritzbastei zu erreichen und dann in einen anschließenden Konzertmarathon überzugehen.

 

Für die lange Zugfahrt nach Hause in mein Gloomy Mansion war das Spontis Magazin die wohl beste Lektüre die ich mir vorstellen konnte!

Als Crowdfunder gab es noch eine liebevoll gestaltete Tasche, Sticker und sehr kunstvolle Buttons dazu - 

Endlich mal eine wunderbar tiefschwarze Gegenbewegung zu diesen "Nike"-Rucksäcken, die von der ländlichen Heimat bis nach München tagtäglich mein Augenlicht mit ihrem patzig gestalteten Logo - und ihrer massenhaften Vorherrschaft unter Gleichaltrigen - quälen ... ^^

 Vielleicht lässt sich auf diesem Bild ja sogar Sheena entdecken

( ... wenn man ganz genau hinsieht ... mit besonders viel Konzerntration auf die Details ^^)

 

 

Tatsächlich wurden die Bands, welche mir am wichtigsten gewesen waren, alle auf den Montag verlegt - selbstverständlich auf zwei verschiedene Konzerthäuser verteilt.

 

(wie hätte es auch anders sein können? ^^)

 

So hetzte ich von einer Location in die nächste - und mein Fazit: Es hat sich viel mehr als nur gelohnt! An dieser Stelle also mein Plädoyer: Packt euch den Tag so voll mit guter Musik, wie es gerade nur so geht - ich würde es jedenfalls, immer wieder genauso machen - die Ruhe findet mich spätestens zuhause im Wald wieder ... ;)

 

Bevor ich mich ganz auf die Musik konzentrieren konnte, stattete ich den Grassi Museen noch einen kurzen Besuch ab, um die Völkerkunde Ausstellung besuchen zu können.

Eigentlich stand dies bereits die vergangenen Tage auf meinem Programm - nur leider haderte es immer ein wenig mit der Umsetzung.

 

So plante ich auch, die Absintherie Sixtina zu besichtigen, erschien aber zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt: Vollkommen überfüllt hat sie aber dennoch einen sehr schönen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen - ich versuche es nächstes Jahr auf jeden Fall noch ein Mal!

Dann aber mit dem Vorwissen, ob gerade eine begehrte Steampunkband ihre Lieder zum Besten gibt, während ich vergeblich versuche, mich zum Tresen durchzuschlängeln (obgleich ich mit meinem Zylinder gar nicht schlecht ins Bild gepasst hätte ^^).

 

Die Völkerkundeausstellung war dafür aber ein regelrechter Ruhepol während des ganzen Montagstrubels -

Anbei einige Fotografien aus der Ausstellung:

 

 

Wenn ich mir die Bilder so ansehe, die ich in der Ausstellung geschossen habe, fasziniert mich heute noch die Aussage über den Totenkult in Thailand - Verstobenen wird auch heute noch ein kleines "Geisterhäuschen" gebaut, in welchem ihre Seele bis in alle Ewigkeit wohnen darf - und somit auch eine spezielle Verbindung zum Diesseits gewahrt werden konnte.

Vor allem soll damit symbolisch der ursprüngliche Lebensort der Verstorbenen gewahrt werden, während an gleicher Stelle dann wieder ein neues Bauwerk für die Lebenden errichtet werden kann.

Diese Tradition hat mich zutiefst gerührt und ich denke daran, ein solches auch für meine lieben tierischen Weggefährten, die mich leider verlassen mussten, einzurichten ... (Freude am Zusammenbauen und designen eines solchen Häuschens hätte ich in jedem Falle :) ...)

 

Aber nun genug des Schwelgens in der Vergangenheit - gehen wir nun zum schönsten Teil meines Montags über: Den unglaublich beeindruckenden Konzerten, welche ich besuchen konnte und über welche ich mich auch heute noch sehr freue ... 

 

𝔊𝔯𝔬𝔲𝔫𝔡 𝔑𝔢𝔯𝔬

 

Unter all den Bands, welche für das WGT im Laufe des Jahres angekündigt wurden, faszinierte mich der Sound von Ground Nero am meisten - sodass ich ihr Konzert im Westbad um 16:30 sofort in meinen Plan aufgenommen habe.(der eigentlich - von meiner künstlerischen Konfusion beeinflusst - eher einem Plan der Wirrnis glich ^^)

 

Und genau hier - beim vielleicht langersehntesten Konzert überhaupt - schlug sie zu:

Die Willkür des WGT

Während mich die Straßenbahnen an allen vergangen Tagen stets zuverlässig und sicher von Konzert zu Konzert oder Ausstellung zu Ausstellung bringen konnten, musste ausgerechnet vor dem, für mich wichtigsten Konzert, eine der angekündigten Tramlinien nicht erscheinen.

 

Man stelle sich nun eine völlig verwirrte Sheena vor, die dann aus Versehen auch noch in die falsche Straßenbahn steigt und erst bei der zweiten Haltestelle bemerkt, dass es die falsche Linie sein musste - und dann auch noch an genau diesem Ort aussteigen muss, an welchem wir alle niemals gerne landen würden ... 

 

... vollkommen abgeschieden von allem, was in irgendeiner Weise mit dem WGT zu tun hat, musste ich ganze fünfzehn Minuten auf die nächste Tram - zurück in die Zivilisation - warten.

Soviel also zu dem kleinen Alptraum (noch heute sehe ich mich und meine Begleiter auf den verlassenen Stühlen - in dem viel zu kleinen Wartehäuschen - sitzen und gemeinsam jede einzelne Minute herunter zählen, die wir möglicherweise von dem Konzert verpassen würden ^^ - einfach grauenvoll!) ... 

 

Trotz allen Widrigkeiten, erreichten wir das Westbad dann aber ohne weitere Komplikationen und ich konnte meine ganze Begeisterung für die Performance der Band auf zwei meiner besten Freunde projizieren, sodass sich diese gleich mit CD und Shirt ausstatten konnten ;)

Ich selbst war natürlich hin und weg von der Atmosphäre, die Ground Nero im Westbad geschaffen hatte! Noch nie zuvor habe ich eine Band mit soviel Euphorie - die natürlich sofort vom Publikum widergespiegelt wurde - live performen sehen.

In Kombination mit den hervorragenden Songs (einigen der neuen, bisher unveröffentlichten Titel, die sich sofort in das offizielle Repertoire an musikalischen Meisterwerken aufnehmen lassen!) und sehr viel Charisma von Seiten der Band, hat sich für mich nur noch mehr bestätigt, dass dies das beste WGT Konzert gewesen ist, welches ich dieses Jahr besuchen konnte.

Dank meiner glorreichen WGT-Besuchs-Historie von gerade mal diesem einen Jahr habe ich zwar keinerlei Vergleiche ... dies tut meiner Überzeugung aber keinen Abbruch und nach dem letzten Song "Plethora" habe ich (und sicherlich auch meine Freunde) mich mit einer Zeitkapsel direkt in einen 80er Dark Wave Club katapultiert gefühlt ... 

 

 

 

 

𝔄𝔲𝔱𝔲𝔪𝔫

war das zweite Konzert, welches meinen Montag musikalisch bereicherte und die Stimme von Julie Plante zog alle Anwesenden in ihren Bann, als sie anhand der Songs aus dem Debütalbum "The Hating Tree" von 1997 mit ihrer wundersamen Art, emotionale Geschichten in Songform zu erzählen, begann. 

Auch Autumns neuestes Album war im Rahmen des Konzerts vertreten und es war viel mehr als nur magisch zu beobachten, wie sich viele Konzertbesucher sich vollkommen in den musikalischen Spähren der Band verloren und mit ihren ganz eigenen Tanzkreationen die Stimmung im Westbad auf ganz dunkelschöne Art und Weise beeinflussten ... 

 

 

 

Neben den traumhaft schönen Klängen der Band sowie der Stimme ihrer fantastischen Sängerin, beeindruckte auch das Szenenbild mit den vielen träumerischen Bildern im Hintergrund und trug damit maßgeblich zur Vervollkommnung der künstlerischen Inszenierung bei.

 

So hatten sich die anfänglichen Komplikationen meines Montags dann doch noch in Wohlgefallen aufgelöst und ich verließ das Westbad mit vielen neuen Eindrücken - sowie einem kleinen Merchandise Paket von Ground Nero und Autumn ... 

 

Doch bei so viel Harmonie sollte es - selbstverständlich - nicht bleiben ... ^^

 

𝔖𝔞𝔡 𝔏𝔬𝔳𝔢𝔯𝔰 & 𝔊𝔦𝔞𝔫𝔱𝔰

 

Vollkommen eingenommen von den musikalischen Eindrücken des Tages, bemerkte ich erst recht spät im Hotel - gegen 20:00 Uhr, dass ein Gewitter Leipzig noch in dieser Nacht heimsuchen würde.

Dauerregen zeichnete sich vor meinem Zimmer ab und ich wusste nur eines: Wenn die Blitze direkt über meinem Hotel nicht aufhören würden, könnte ich das Haus nicht rechtzeitig verlassen un würde damit auch dem Verpassen einer meiner jahrelangen Lieblingsbands "Sad Lovers & Giants" ins Auge sehen müssen ... 

 

... das wollte ich in keinem Falle und so bangte ich bis ca. 22:00 Uhr noch, ob sich die Situation doch nun endlich bessern würde.

Und ich kann es bis heute kaum glauben: Pünktlich zu der Zeit, zu welcher ich es (Anreise, Suche nach der Veranstaltungsstätte und etwaigen Verspätungen mit der Tram inklusive) gerade noch rechtzeitig für Sad Lovers & Giants (die um 22:40 spielen sollten) ins Haus Leipzig geschafft hätte, klärte sich der Himmel wenigstens etwas auf, statt Dauerregen prasselten nur noch einige Tropfen auf meinen Zylinder und ich verließ völlig überstürzt das Hotel, um dem möglichen Ansturm auf die 80er Post Punk Pioniere entgegensteuern zu können - und vielleicht noch (trotz späterer Ankunft) einen guten Platz nahe der Bühne (für die letzten drei Songs in der Zugabe, sogar einen Platz in der ersten Reihe!) zu erreichen.

Was soll ich sagen: Das Konzert war fabelhaft und ich war von der Akustik im Haus Leipzig mehr als überzeugt!

 

 

 

Es glich beinahe einem unwirklichen Moment, die Band, welche ich immer als unerreichte Größe im Genre Post Punk gesehen hatte (und deren Klänge und hochsensible Poesie mir stets ein klein wenig mehr imponierten als Stücke von Cure, The Damned or Siouxsie Sioux - obgleich ich diese Künstler unglaublich zu schätzen weiß und auch selbst fast alle ihrer Veröffentlichungen auf Vinyl besitze)nun wirklich live auf der Bühne erleben zu können.

 

Ein kleiner Sheena-Traum ging damit sicherlich in Erfüllung!

 

Mit dem letzten zugegebenen Song "50:50" (einem meiner absoluten Lieblingsstücke), dem ich aus der ersten Reihe lauschen konnte, endete für mich dann nicht nur mein Konzertmarathon, sondern in gewisser Weise auch das Wave Gotik Treffen ... 

 

... glücklich kehrte ich mit meinen Freunden und neugewonnen Konzertbegleitern zurück zu unserem gemeinsamen Hotel, begutachtete noch einige Minuten meine Merchandise-Errungenschaften, die vielen Flyer und Promo-CDs die mir im Laufe des Tages in die Hände gedrückt wurden, sowie gelungenen (und auch weniger gelungenen ^^) Fotos, die ich mit meinen Freunden schießen konnte ... 

 

... Und irgendwann, ganz tief in der Nacht, bereitete ich mich - wie meine plüschgewordenen Fledermäuse - vor, von der Decke herabhängend in meinen nächtlichen Schlaf überzugehen ... Mit einem letzten Wermutstropfen im Auge träumte ich dann von einer gänzlich schwarz gewordenen Welt, welche für die vier Tage meines Aufenthalts in Leipzig Realität geworden war ...  🦇💜

 

 

Abschließend möchte ich mich ganz herzlich, bei dem diesjährigen Wave Gotik Treffen, allen Bands und Besuchern, die diese jährlich tiefschwarze Zusammenkunft für mich in ein phänomenal schönes Dunkelfest der Poesie verwandelt haben, bedanken.

Noch jetzt schwelge ich in den vielen schönen Erlebnissen, Konzerten und Impressionen von der Stadt Leipzig - die ich leider zuvor nie hatte kennenlernen dürfen - und bin stolz darauf, solch wunderbare Erfahrungen bei meinem allerersten Treffen gemacht zu haben ... 

 

... Auf dass wir uns bald wiedersehen, Leipzig ❥

 

 

 

Als Abschluss noch mein persönliches Statement zu Wochenendkostümierung

und dem alljährlichen Facebook-Mecker-Thread:

 

 

 

Obgleich wir alle das selbe Treffen besucht haben, gelang es jedem einzelnen WGT Besucher dieses in etwas anderes, gänzlich einzigartiges zu verwandeln.

Dank der Vielzahl an Musikrichtungen, dem individuellen Ausleben der eigenen Persönlichkeit und einem Reichtum an Erfahrungen aus der Vergangenheit haben wir - trotz des gleichen Aufenthaltsorts - alle unterschiedliche Eindrücke sammeln und grundverschiedene Abenteuer erleben konnten ...

 

Es gleicht einem Wunder, und doch ist es die spezielle Magie auf dem WGT allein, die keinem anderen Festival innewohnt, und jeden einzelnen Besucher "SEIN WGT" zu dem zusammenfassen lässt, wie es von keinem anderen Besucher jemals zusammengefasst werden könnte ... 

Aus diesem Grund bin ich sehr stolz, einen Teil des wahr gewordenen schwarzen Traums in Leipzig 2019 gelebt haben zu können - und das sollten wir alle, die in diesem Jahre mit oder ohne Bändchen zu Pfingsten zugegen waren ... 🖤

 

 

☥ ❥ Und weil es natürlich nie ohne Musik geht, hier noch ein sonderbar schönes Lied der niederländischen Band "12 Inch From Heaven" mit dem Namen "Fall Out" ❥ ☥

 

 

 

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